Alltagstipp: Mit Fehlern umgehen

Graffitti: Kind. Jugendlicher mit Mütze Obwohl kaum jemand auf Fehler abzielt, können sie dazu beitragen, voranzukommen. Die Voraussetzung dafür ist, kritisch und selbstbewusst mit der eigenen Fehleranfälligkeit umzugehen.

Und dann gilt es, nützliche Schlussfolgerungen daraus zu ziehen und die Einsichten in konkrete und gute Handlungen zu überführen.

Ich halte mich deshalb u.a. hieran:

Machen

  • Sachlich und geradeheraus den Fehler benennen, um die Situation im Jetzt und Hier ganz neu zu erfassen. Häufig klärt sich dadurch, ob ein einziger Fehler zu einer ganzen Kette von Problemen führt… wie beim Dominospiel…. oder nicht. 
Zudem zeigt sich so meistens auch, wer davon betroffen ist… oder wer nicht davon betroffen ist. Und man erkennt oft genug, ob man noch was richtig Gutes dagegen machen kann… oder nicht.
  • Sich bewusst halten, dass Fehler u.a. bedeuten, von sich selbst und/oder anderen enttäuscht zu sein, obwohl es meist gar keine Täuschungsabsicht gegeben hat. Oft ist bloß ein persönlicher Ehrgeiz schlechterdings fehlgeschlagen – nicht weniger und nicht mehr. Wahrscheinlich hatte man ursprünglich andere Erwartungen gestellt, sich selbst und/oder anderen mehr zugetraut bzw. einen günstigeren Verlauf angenommen, als den, der tatsächlich eingetreten ist.
 Mitnichten ist “gut gemeint” gleichzusetzen mit: “gut gemacht.” Denn wie ein italienisches Sprichwort zu recht besagt: “Zwischen Sagen und Tun ist mittendrin das Meer.”
  • Sich daran erinnern, dass Fehler sich schlichtweg fremd anfühlen – und zwar für einen selbst wie auch für andere. Fehler “fühlen sich falsch an” – u.a., weil sie für den Augenblick eine Schwäche aufzeigen und obendrein auch Arbeit machen, zum Beispiel, um (Selbst-) Verbesserungen anzugehen oder um einen Ausgleich zu schaffen.
  • Wirklichkeitssinn beweisen, indem man erkennt, was man im Moment tun kann – zum Beispiel, indem man in sich geht und nachdenkt und/oder andere um ihre Meinung und Hilfestellung bittet. Mithilfe vertrauter Menschen ist die Ursache für einen Fehler oft schneller und besser zu sehen, als wenn man allein damit bleibt und dadurch wertvolle Zeit verliert. Das persönliche Umfeld bemerkt den Fehler manchmal auch eher als man selbst – gerade weil diese ‘anderen’ ihre eigenen Blickwinkel einbringen können.
    Die gute Nachricht ist, dass sich dadurch auch die Toleranz für die Fehler anderer erhöht. Im Idealfall gleicht man die Schwachpunkte wechselseitig aus, zum Beispiel indem man für andere mitdenkt.

Und ich halte mich u.a. hieran: Sein lassen

  • Ausreden erfinden, um den Fehler zu verschleiern bzw. um vor der Wirklichkeit zu fliehen. Die Menschenkenntnis anderer ist häufig ausgeprägt genug, um zu erfassen, wann sich wer wegduckt bzw. ob das Gegenüber gerade den Versuch unternimmt, unbequeme Tatsachen umzudeuten, wer die eigenen Fehler ‘den Umständen’ zuschieben will und/oder jemand anderen dafür verantwortlich halten möchte, statt ‘vor der Haustür’ zu kehren und die Folgen selbstbewusst zu schultern.
  •  Ablenkungsmanöver anzetteln, lügen und/oder leugnen, damit der Fehler möglichst lange unentdeckt bleibt. Oder um zu tabuisieren, dass man selbst Fehler macht, wie fast jede_r andere auch – abgesehen von Gott vielleicht.
    Dadurch manövriert man sich letztlich bloß in die Enge, weil das Vertrauen anderer mehr und mehr in der Versenkung verschwindet und folglich auch die Hilfsbereitschaft zersetzt wird.
  • Verdrängen, dass streng genommen nur diejenigen den eigenen Fehler ‘entschuldigen’ können, die ohne eigenes Zutun damit ‘zutun’ bekommen. Wer den Fehler verursacht hat, kann bestenfalls aufrichtiges Bedauern zum Ausdruck bringen und auf das Verständnis des Gegenübers setzen. Wie die Friseur-Meisterin Edda Waidmann zu sagen pflegt: “Eine Chance muss man ihnen ja lassen” – und wer ehrliche Einsicht zeigt, erhöht die Wahrscheinlichkeit, sogar zwei oder drei Chancen zu bekommen, den Schaden zu begrenzen bzw. wettzumachen.
  • Es ist meistens unnütz, in Selbstmitleid zu ertrinken bzw. sich darnieder zu richten und zu verzwergen – nur, weil man ab und zu einen Fehler macht. Wie ein Samurai Seppuku zu erwägen, tut nichts dazu, den Fehler selbst auszumerzen bzw. zukunftszugewandt daraus zu lernen.