Alltagshinweis: Was an persönlicher Wahrnehmung ‘typisch’ sein kann

Alltagstipp Was an persönlicher Wahrnehmung typisch istMenschen interessieren sich für Menschen. Dies gilt gegenüber manchen mehr, gegenüber anderen weniger. Denn jede_r von uns wurde u.a. mit einer einzigartigen Persönlichkeit geboren.
Darüber hinaus entwickeln wir aufgrund unserer Erziehung, Bildung und Kultur verschiedengestaltige Interessen und folgen persönlich gefärbten, scheinbar “unverwechselbaren” Begabungen und Vorlieben. 

Forscher wie zum Beispiel der Arzt und Psychoanalytiker Carl Gustav Jung (1875 – 1961) oder der Lehranalytiker Fritz Riemann (1902 -1979) haben hierzu Modelle erarbeitet, die bis heute – im Kern zumindest – gültig geblieben sind.

Sie unterscheiden “Menschen” nach den Ähnlichkeiten und dem Anderssein… also nach dem, was sie im Vergleich zueinander gemeinsam haben – oder eben nicht. Zudem folgen beide Theoretiker der Annahme, dass das Individuum erst durch den Austausch mit einer anderen Person der eigenen Identität auf die Spur kommt, sie dadurch “erkennt” und fortschreiben kann. Und zwar variabel, mehr oder weniger stark ausgeprägt, entsprechend des jeweiligen “Persönlichkeitstyps.”

Bei Gesprächen und im Gedankenaustausch sind zum Beispiel sogenannte “Extrovertierte” oft echte Tausendsassa, während sogenannte “Introvertierte” ihre Kraft vor allem aus sich selbst heraus schöpfen.

Die Unterschiedlichkeit von Mensch zu Mensch begründet sich u.a. auch durch die subjektive Art der Wahrnehmung. Beispielsweise kann die Wahrnehmung überwiegend auf die Sinne bezogen sein, etwa auf das (Zu-)Hören, Sehen, Ertasten, Riechen und Schmecken. Eine solche “faktenorientierte” Wahrnehmung ist fast “naturgemäß” in der Außenwelt verankert und wird in der Regel als “extrovertiert” beschrieben.
Alternativ kann sich die Wahrnehmung – gleichermaßen berechtigt – im besonderen Maß an der Intuition ausrichten und beispielsweise auf einem Geflecht gedanklicher Assoziationen beruhen. Das “Bau-Material” für diese Art der Wahrnehmung liefert zum Beispiel das eigene Vorwissen, vorherige Erlebnisse oder persönliche Einsichten – was in der Regel in der Innenschau verortet ist und deswegen meist als “introvertiert” angenommen wird.
Die individuelle Art der Wahrnehmung hat u.a. einige Folgen für die Art, wie man kniffelige Handlungen plant oder weitreichende Entscheidungen findet. Zudem beeinflusst sie, woraus sich die persönliche Energie schöpft und was einen dazu motiviert, etwas zu tun oder sein zu lassen.

Wegen dieser Schlüsselfunktionen gibt es unzählige Vermutungen darüber, warum wir wahrnehmen, was wir wahrnehmen – wie, wo, wann, durch wen und mit wem. Letztlich wird niemand umhin kommen, es schlichtweg für sich selbst herauszufinden.