Alltagshinweis: Zum Verhalten von Nutzer_innen innerhalb der Social Media

Alltagshinweis zum Verhalten innerhalb von Social MediaAus meiner Sicht liegt bei vielen Social Media Portalen eine sonderbare Widersprüchlichkeit u.a. liegt darin, dass sie sich einerseits auf das sehr menschliche Interesse stützen, “dabei sein” zu wollen oder “dazuzugehören.” Andererseits findet der Austausch – in der Form und auch im Inhalt – relativ unpersönlich, manchmal sogar anonymisiert statt. Durch die Anwendung sogenannter “Fake Identities” (zu Deutsch: ‘Scheinidentitäten’) sowie dem Einsatz von “Nicknames” (zu Deutsch: ‘Spitznamen’) weiß letztlich niemand mehr, mit wem man “wirklich” zu tun hat.

So überrascht es kaum, dass die Fachleute der Social Media regelmäßig analysieren, wer die digitalen Räume eigentlich nutzt, und wie und warum. Dabei scheinen sich u.a. folgende Gruppen-Profile zu ergeben:

  • Die “stillen” Nutzerinnen (auch: ‘Inactives’ oder ‘Conventionalists’ genannt): Im Vergleich zu anderen “typischen” Nutzer_innen werden sie als einigermaßen loyal eingestuft. Sie sind in der Regel tolerant gegenüber inhaltlichen oder technischen Fehlern, getreu des Mottos: ‘Wo gehobelt wird, da fallen eben Späne.’
    Die ‘stillen Nutzer_innen’ zeichnen sich allerdings auch dadurch aus, dass sie sich überwiegend passiv verhalten. Sie sind deshalb schwer zu erfassen, geschweige denn: zu Handlungen zu bewegen. Sie reagieren kaum auf direkte Ansprachen und werden in den Online-Statistiken eher sichtbar als anderswo.
  • Die “engagierten” Nutzer_innen (auch: ‘Actives’ genannt): Sie stehen in der Regel fachstark ‘im Thema’, kennen sich also mit dem jeweiligen Inhalt bereits gut aus und signalisieren hin und wieder sogar ihre Bereitschaft, ihr Wissen zu teilen, mitzudenken und mitzumachen.
    Wenn Fehler auftauchen, verhalten sich die ‘engagierten Nutzer_innen’ in der Regel hilfsbereit und diplomatisch, indem sie zum Beispiel nicht-öffentliche Kommunikationskanäle nutzen, um auf Schwachstellen hinzuweisen. Aufgrund ihrer oft hohen sozialen Kompetenz haben sie häufig selbst die Erfahrung gemacht, dass das – etwa im Vergleich zum öffentlichen Kommentar – ein sehr wirksamer Weg sein kann, um Korrekturen zu anzubahnen.
    Innerhalb der ‘engagierten” Nutzer_innen’ wird eine Untergruppierung angenommen: die sogenannten “Kreativen” (auch ‘Creators’ genannt). Sie heben sich durch eigene Beiträge hervor, wirken durch sogenannten User-Generated Content wortwörtlich mit und setzen sach- und zweckdienliche Impulse.
  • Die “Trolle”: Leider surfen auch Leute, die ständig unzufrieden zu sein scheinen, durchs Internet – zum Beispiel, um ihren Frust dadurch zu ‘entladen’, dass sie sich andere Menschen herauspicken und wie einen ‘Blitzableiter’ benutzen. Die Störenfriede fasst man häufig unter dem Begriff “Trolle” zusammen. Diese Gruppe handelt oft mit einem außergewöhnlich hohen, fast ausschließlich negativ-bis-zerstörerisch gepolten Sendungsbewusstsein – zum Beispiel, indem versucht wird, mit persönlichen Angriffen anzukommen oder indem schlichtweg miese Stimmung verbreitet wird.
    Das Verhalten der “Trolle” birgt für die Verantwortlichen von Online-Plattformen das Risiko, dass sie den Nerv der anderen Nutzer_innen ‘töten’.

Folglich sollte man von Anfang an vorbeugend denken und für sich und andere schützend handeln. Das gelingt zum Beispiel mithilfe von vorab bekannt gemachten Verhaltensregeln – den sogenannten “Netiquetten’. Es ist angebracht, klipp und klar zu formulieren, welche Verhaltensweisen zum Ausschluss von der Online-Plattform führen können, quasi im ‘Interesse der Allgemeinheit’.