Alltagstipp: Aktiv zuhören

Alltagstipps von Jana Chantelau für Familien: Aktiv zuhörenWas Friseur_innen und Heilpraktiker_innen für Psychotherapie (HeilPraGe) miteinander zu verbinden scheint, ist u.a. berufsbedingt: nämlich die Kompetenz, dem Gegenüber aktiv zuhören zu können.
Neben einem Sinn für Situationsgerechtigkeit, einer Ausbildung in emotionaler Intelligenz und sozialer Kompetenz bedarf es dafür auch eines intuitiven Gespürs für Selbst- und Fremdwahrnehmungen.

Meine Erfahrung ist, dass diese Verflechtungen die Basis dafür legen, wie aus dem Stehgreif heraus in der Lage zu sein, dem Gesprächspartner durch aktives Zuhören entgegenzukommen. Das ist – zugegebenermaßen – ‘eine Menge Holz’. Deshalb mag kaum verwundern, dass man mitunter auf einen Schlingerkurs gerät. Fast wie im Freiflug werden dann Irritationen ‘heraufbeschworen’, Fehlannahmen gezogen oder hausgemachter Zoff ‘vom Zaun gebrochen’.

Um solchen (zwischen-) menschlichen Verkrampfungen selbstbewusst entgegenzuwirken,
ist es aus meiner Sicht zum Beispiel nützlich…

  • …den Gedanken des Gegenübers mitdenken und ‘im Geiste’ auch die eigenen Positionen oder Ideen vorzuzeichnen – und zwar, ohne sie unmittelbar zu äußern. Dabei kann man u.a. innerlich überprüfen, ob beispielsweise eine Verständnisfrage nötig ist – etwa, wenn das Gegenüber regional spezifische Ausdrücke anwendet wie ‘dreiviertel zehn’ (zur Zeitangabe), oder wenn die Logik des Gesprochenen mehrdeutig erscheint.
  • …Sprech- und Denkpausen zuzulassen, also auch die Stille zu akzeptieren und ihr situativ-angemessenen Raum zu geben, ohne direkt das Wort oder die Initiative ergreifen zu wollen. Auf diese Weise entsteht mitunter das sprichwörtliche ‘vielsagende Schweigen‘ – oder schlichtweg: eine Atempause.
  • …eigene (Be-, Ab- oder Aus-) Wertungen vorerst wegzulassen oder zumindest vorübergehend in den Hintergrund zu stellen, um von A bis Z aufzunehmen, was das Gegenüber gerade vermitteln will – statt etwa auf eine sich andeutende offene Flanke mit vorschnellen Rückschlüssen zu reagieren. Dafür ist in der Regel erforderlich, Ruhe und Gelassenheit walten zu lassen, aufgeschlossen zu sein und – im Sinne von Offenheit – neugierig zu bleiben.
  • …das, was das Gegenüber gerade gesagt hat, in eigenen Worten zusammenzufassen, gelegentlich den Augenkontakt zu suchen, zu finden und zu halten. Zudem kann man versuchen, mithilfe von Mimik, Gestik und/oder Körperhaltung das ‘gesprochene Wort’ im Zusammenklang zu sehen und so aufzuschlüsseln.