Alltagstipp: Mit der Fünf-Satz-Technik sich im Gespräch durchsetzen

Kreidezeichnung: KlassenraumUm die eigene Meinung ins Feld zu führen, ist die Fünf-Satz-Technik hilfreich. Es gibt sie in mindestens einer Handvoll Varianten. Hier stelle ich zwei Formen vor – zuerst die „spitzfindige Variante“ und zum Schluss die „logische Kette“. „Die spitzfindige Variante“ eignet sich, um Kompromisse anzubahnen. Im einleitenden Satz greift man dafür zum Beispiel ein bereits genanntes Argument auf.

Dann zieht man einen Vergleich oder umreißt die aktuelle Lage oder benennt Widersprüche oder stellt eine Aufforderung zur Veränderung in den Raum. Auf diese ersten Sätze folgen drei argumentierende Sätze, die im Pro und Kontra – also im „Dafür und Dagegen“ – zur Sprache gebracht werden. Diese Sätze müssen nicht unbedingt aufeinander aufbauen. Das heißt: Jedes Argument kann durchaus für sich stehen. Es sollte aber dem Zweck dienen, die eigene Position kurz  und knapp zu bekräftigen.
Das zweitstärkste Argument – meist eine Pro-Begründung, also ein Grund „dafür“– folgt direkt auf die Einleitung. Danach setzt man das schwächstes Argument dagegen. Meistens ist das die Kontra-Begründung, also ein Grund „dagegen“. Das stärkste Argument schließt dann die eigenen Begründungen mit einer Pro-Begründung ab.
Jetzt braucht man nur noch einen Schluss-Satz. Der Schluss-Satz bringt die Hauptaussage auf den Punkt, zum Beispiel, indem man einen Kompromiss vorschlägt oder eine eigene Schlussfolgerung nennt, oder indem man eine Lösung anbietet oder einen Gedankenanstoß gibt – also etwas „zum Überlegen und Weiterdenken“ nahelegt.

In der Variante der „logischen Kette eignet sich die Fünf-Satz-Technik, um eigene Meinungen durchzusetzen oder um Einwände abzuwehren. Wie in der spitzfindigen Variante dient der erste einleitende Satz dazu, die Aufmerksamkeit des Publikums zu gewinnen, indem man zum Beispiel beschreibt, worum es geht. Danach folgt allerdings kein Abwägen vom „Dafür“ und vom „Dagegen“, sondern eine Reihe logisch aufeinander bauender Argumente. Sie verstärken sich, indem man zum Beispiel „Wenn-Dann-Zusammenhänge“ formuliert und ausschließlich bei dem bleibt, was „dafür“ spricht (statt„dagegen“). Um eine dauerhafte Wirkung zu erzielen, steht das stärkste Argument am Ende der Kette.
Der Schluss-Satz ist meistens eine Aufforderung, die so genau wie möglich beschreibt, welches Verhalten aus der logischen Argumentations-Kette folgt oder wie der nächste Schritt aussieht, um das angestrebte Ziele zu erreichen.

Meine Erfahrung ist, dass ein Publikum sich maximal drei Argumente gut merken kann. Die Fünf-Satz-Technik kommt dieser Spanne der Aufnahmefähigkeit entgegen – durch die klare Struktur und die bewusste Gewichtung der Argumente.