Alltagstipp: Sätze deutlich aussprechen

Kreide-Schriftzug: Ich freue mich auf dichWer weder Vokale noch Silben ‚verschluckt‘ oder ‚verwäscht‘, vermittelt meist Selbstsicherheit, Können und Glaubwürdigkeit. Darüber hinaus steht deutlich zu sprechen häufig auch dafür, von anderen Menschen gut verstanden zu werden – zum Beispiel, weil das, was man sagt, dann oft sehr leicht nachvollzogen werden kann.

Trotzdem bleibt meistens stärker in Erinnerung, wie etwas gesagt wird, als das, was inhaltlich zur Sprache kommt. Auch deshalb ist eine deutliche Aussprache wichtig. Die gute Nachricht ist, dass man trainieren kann, deutlich zu sprechen. Zum Beispiel, indem man den eigenen „Ur-Ton“ findet. Dafür muss man wissen, dass menschliche Stimme einzigartig ist – also so ist, wie keine andere ist. Denn die Stimme enthält einen Ur-Ton, der die natürliche Stimmlage eines einzelnen Menschen ziemlich exakt erfasst. Um herauszufinden, wo der persönliche Ur-Ton liegt, spricht oder summt man zum Beispiel in unterschiedlichen Tonlagen in den Raum hinein und horcht dabei nach, an welchen Stellen man sich stimmlich wohl, wohler und am wohlsten fühlt. Die gute Nachricht ist: Wer sich nah am Ur-Ton bewegt, ist fast immer stimmlich entspannt.

Aus diesem Grund schafft der Ur-Ton eine gute Grundlage für Sprech- und Stimm-Übungen, wie zum Beispiel…

  • …einen Korken waagerecht zwischen die oberen und unteren Zahnreihen setzen
    Man hält den Korken also quer statt längs. Parallel dazu spricht man beispielsweise einen Text oder Vokale bzw. Worte oder Sätze, die relativ viele Vokale enthalten, wie etwa:a, i, o, u, e.
    Aktiv. Positiv. Hauptstadtleben. Tiefstwert. Außenministerium. Obenauf unterwegs. Ja, bitte. Nein, danke.
    Wie viele Ameisen siehst du hier?
    Neunmalkluge Tanten vertreiben diese sieben Bienen mit achtbarem Erfolg.
    Da stibitzt der glattgeleckte Kobold die 93 Murmeln einer Frau!
    Wenn hinter Fliegen Fliegen fliegen, fliegen Fliegen Fliegen nach.
    Zeit, Tee zu trinken. Oder: Kaffee.Diese Übung kann man zum Beispiel nutzen, um die Stimme ‚warmzusprechen.‘ Gleichzeitig trainiert man dadurch vor allem die Muskulatur rund um die Mund-Lippen und baut die Lippenspannung auf. Der Ober- und Unterkiefer sollte möglichst locker bleiben. Statt eines Korkens kann man auch den Fingerknöchel nutzen.
  • …beim Sprechen ein Kaugummi kauen
    Man nimmt ein Kaugummi in den Mund, kaut darauf sowohl links als auch rechts – und spricht gleichzeitig aus, was man gerade sagen will. Dadurch entspannt man den Ober- und Unterkiefer, regt den Speichelfluss an und schützt die Stimme vor Trockenheit – sogar ohne zusätzlich stilles Wasser zu trinken.
  • …die Zungenmuskulatur trainieren
    Um die Zungenmuskulatur fit zu halten, legt man die Zunge zum Beispiel auf die jeweils oberen und unteren Backenzähne – abwechselnd mal links und mal rechts. Bei jeder der vier möglichen Ausgangspositionen spricht man ein paar Sätze so deutlich wie möglich in den Raum hinein.

Wer meint, zu langsam zu sprechen, redet meistens im angemessenen Sprech-Tempo – und nimmt sich Zeit für die deutliche Aussprache. Wer hinter jeden Satz einen gedanklichen Punkt setzt, hält stimmlich inne, macht Sprech-Pausen, lässt die Worte ausklingen und vermittelt so die innere Klarheit auch nach außen.