Tipp: Mit schlechten Nachrichten umgehen

Jana Chantelau, BerlinVerbrechen, Naturkatastrophen und Unfälle gehören zu den Risiken des allgemeinen Lebens. Weil hierzulande das Grundrecht gilt, von unabhängigen Berichterstatter_innen darüber informiert zu werden, kenne ich kein Massenmedium, das ohne schlechte Nachrichten auskommt.

Die Kehrseite ist, dass sich dadurch der Raum für innere Zwiespälte öffnet – bis zum Gefühl, überfordert zu sein. Denn es gibt für fast jede Argumentation eine  berechtigte Gegenposition – zum Beispiel durch den Graswurzel-Journalismus, der mithilfe des Internets imstande ist, Stimmungslagen zu spiegeln und Themen zu beeinflussen. So entsteht ein Informationsgeflecht, in dem der Durchblick mitunter auf der Strecke bleibt.

Zum Beispiel, weil…

• …vermeintlich ‘harte Fakten’ ins Wanken geraten können, sobald eine gegenläufige Information zutage tritt, sobald sich die Informationsquelle als unzuverlässig bzw. als voreingenommen erweist oder die Chronologie von Ereignissen im Nachhinein revidiert werden muss

• …das Tagesgeschehen häufig eine prozesshafte Ergebnisoffenheit suggeriert, sodass ich zuweilen annehme, das Resultat selbst noch beeinflussen zu können, weil die Kraft von Bildern und Worten mitunter nachwirkt wie ein Echo, ohne dass ich bewusst Notiz davon nehmen würde.

Um meine eigene Klarheit zu schützen und meine Fähigkeit zur Selbstdistanzierung
möglichst intakt zu halten, setze ich deshalb u.a. darauf…

• …höchstens eine Handvoll von Medien aktiv zu nutzen
• …meinen informationsbezogenen Konsum zeitlich einzugrenzen
• und meiner persönlichen Wertvorstellung gewahr zu bleiben.